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Königswinterer Ofenkaulen und tolle Aussichten

Die Ofenkaulen bezeichnen und Stollensystem im Siebengebirge ungefähr 2 km nördlich von Königswinter. In den Stollen wurde im Mittelalter Stein abgebaut um Backöfen zu bauen, daher haben die Ofenkaulen auch ihren Namen. Zu Spitzenzeiten waren hier circa 30-40 Firmen ansässig mit jeweils 100-150 Mitarbeitern. Hierbei handelt es sich um ein weitverzweigtes Stollensystem. Die Ofenkaulen wurden bis zum Zweiten Weltkrieg genutzt. Leider, nicht mehr um Steine abzubauen. Es wurden Zwangsarbeiter in die Schächte geführt, die Teile für Flugzeugmotoren herstellen mussten. Gegen Ende der Kriegstage, so heißt es, suchten viele Bewohner des Ortes Königswinter zu Flucht in den Ofenkaulen, vor den bevorstehenden Bombenangriffen. Auch ein krimineller der eine Sparkasse in der Umgebung ausgeraubt hat, suchte Unterschlupf in den Ofenkaulen. So viel spannende Geschichte, muss ich mir aus der Nähe angucken. Ich mache mich also auf dem Weg nach Königswinter.

Das Auto stellte ich bei N50° 40.710 E7° 12.261 ab. Dies ist ein kleiner Wanderparkplatz der direkt in einen  Wanderweg mündet. Von hier fehlt quasi nur ein einziger Weg ins Gebirge. Ich folgtedem Weg hinauf Richtung Milchhäuschen. Der erste Teil dieser Strecke ist leider ein asphaltiert der Teer Weg. Dort angekommen rieche ich direkt Pfannkuchen und frischen Kaffee. Das wäre jetzt schon etwas feines, zumal es bitter kalt ist heute Morgen. Zum Glück habe ich meinen Trangia Kocher dabei um mir später eine heiße Tasse Tee zu kochen.  Kurz vor dem Milchhäuschen biege ich links ab. Der Weg ist noch gut ausgebaut und ein paar Wanderer treffe ich auch.

Ich habe im Vorfeld im recherchiert wo genau die Ofenkaulen liegen und mir passendes  Kartenmaterial sowie Wegpunkte auf mein GPS geladen.  Den Weg verlasse ich bereits nach ungefähr 136m und biege nach links in einen sehr schmalen Pfad ab. Aufgrund der Witterung ist es hier sehr rutschig und ich muss gehörig aufpassen, dass ich mich nicht auf die Nase lege.  Bis zum ersten Schacht sind es ca. 480m. Der Weg ist teilweise sehr steil und daher schwierig zu gehen. Der erste Stolleneingang dem ich mich nähere trägt den Namen „Schacht 40“. Es folgen die Schächte 41,44,38,Michael Dreher Schacht und Theodor Rings – Kalter Heinrich. Ganz in der Nähe liegt auch noch der Eingang zu Schacht 58, den ich aber leider auf meiner Karte übersehen habe.

A
lle Eingänge sind natürlich versperrt. Ich hätte wirklich nur zu gerne einen kleinen Ausflug hinter die dicken Betonmauern unternommen. Dies ist aber nicht möglich. Aufgrund von Sicherheitsbestimmungen ist der freie Zugang untersagt. Im Laufe der Zeit haben sich in den Stollen Fledermäuse angesiedelt. Die zubetonierten Eingänge haben aber Aussparungen, durch die die  Fledermäuse hindurch fliegen können.

Da es mir nun aber doch zu kalt wurde, suchte ich mir ruhiges Plätzchen und kochte mir flott einen Tee. Sicher hätte ich auch eine Thermoskanne mitnehmen können, aber das wäre mir zu eintönig. Ich mag das Leben in der Natur einfach zu gerne.

Nach meiner Teestunde folgte ich keinem Weg mehr sondern machte mich quer durch den Wald auf und folge kurz einer Wildschweinspur, die ichaber dann leider verlor. Zurück auf dem Wanderweg kam ich bald wieder am Milchhäuschen an. Um noch ein paar schöne Momente genießen zu könne, folge ich dem Weg weiter bergauf und besuchte die Dr. Eduard von Gartzen Hütte. Eine schöne, aus vielen Säulenbestehende Hütte mit Traumhafter Aussicht. Von dort nur ein Katzensprung entfernt liegt der Schallenberg. Auch von hier hat man eine wunderschöne Aussicht auf das umliegende Land. Vom Schallenberg zum Geisberg sind es nur ca. 300m Luftlinie und ein paar Höhenmeter nach oben aber dieser Gang lohnt sich wirklich. Neben dem Ausblick von der Löwenburg finde ich hat man hier den schönsten über einen Teil des Rheinlandes. Ich bin gar nicht mehr aus dem fotografieren heraus gekommen. 

Fazit : Wer sich ein Stück Geschichte aus nächster Nähe anschauen möchte ist bei den Ofenkaulen gut beraten. Leider haben auch hier Sprayer ihr „Kunst“-Werk verrichtet so dass die zubetonierten Eingänge recht bunt erscheinen. Der erste Teil meiner Tour bietet natürlich nicht sonderlich viele Aussichtspunkte, dafür der zweite umso mehr. Hier müssen allerdings relativ steile Anstiege erklommen werden. Gutes Schuhwerk sollte vorhanden sein Bei Regen etc. kann der Boden sehr rutschig sein. Vorsicht ist geboten.


zum Download des GPS Tracks

 

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